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Internationaler Austausch zu Handelserleichterungen: Studienreise zum DHL-Hub in Leipzig

Rund 30 Teilnehmende aus 8 Ländern tauschten sich während zwei Tagen in Leipzig zum Thema „Pre-Arrival Processing“ (PAP) und Risikomanagement für Expresssendungen aus. Die Vertretenden der Zollbehörden erhielten praktische Einblicke in den DHL-Hub und dessen Kooperation mit dem deutschen Zoll. Gleichzeitig bot die Studienreise eine wertvolle Plattform für den Austausch zwischen den teilnehmenden Zollbehörden.

An der Veranstaltung, organisiert von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ), nahmen Vertretende aus dem Westbalkan sowie aus Jordanien und Côte d’Ivoire teil. In allen Ländern werden Projekte zur Digitalisierung von Handelsprozessen umgesetzt oder sind bereits abgeschlossen.

Workshop mit DHL: Pre-Arrival Processing und Risikomanagement für Expresssendungen

Der erste Tag startete mit einem Workshop zu Pre-Arrival Processing (PAP) und Risikomanagement für Expresssendungen, einschließlich einem Input durch DHL. Gemeinsam diskutierten die Teilnehmenden das Express-Geschäftsmodell und insbesondere die Vorabfertigung (PAP) von Gütern, noch bevor diese physisch im DHL-Hub ankommen. Die enge Zusammenarbeit mit dem deutschen Zoll wurde besonders hervorgehoben, um höchste Sicherheit im Handel gewährleisten zu können. Durch die Einhaltung aller Zollvorschriften können die Sendungen effizienter abgefertigt werden, was sich positiv auf die Kundenzufriedenheit bei DHL auswirkt.

Außerdem bot eine Führung durch den DHL-Hub Leipzig den Teilnehmenden die Gelegenheit, die im Workshop besprochenen Prozesse live zu erleben. Täglich wird dort über 2.000 Tonnen Fracht entladen, sortiert und neu verladen[1]. Die Tour führte durch die verschiedenen Stationen des Sortier- und Kontrollprozesses. Dies veranschaulichte, wie ein Paket binnen zwei Stunden nach dessen Eintreffen bereits auf der nächsten Etappe zum Zielort ist. Sehr anschaulich demonstrierte der deutsche Zoll, wie sie Kontrollen vor Ort durchführen, verdächtige Lieferungen frühzeitig identifizieren und dabei mit DHL zusammenarbeiten.

Workshop mit dem deutschen Zoll: Clearingprozess und Zusammenarbeit mit dem Privatsektor

Am zweiten Tag informierte der deutsche Zoll über dessen Prozesse der Zollabfertigung, einschließlich Risikomanagement und Zusammenarbeit mit Unternehmen. In diesem Rahmen gaben sie eine Übersicht zu relevanten Dokumenten zur Einfuhranmeldung gemäß Zollkodex der Europäischen Union (Union Customs Code). Anschließend standen die Themen Risikoanalyse und Zusammenarbeit mit zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten (Authorised Economic Operator, AEO) im Mittelpunkt. Die Vertretung des deutschen Zolls erläuterte die verschiedenen Stufen ihres datenbasierten Risikomanagementsystems. Mit Hilfe vorab definierter Risikoprofile werden Kontrollmaßnahmen für ausgewählte Sendungen empfohlen. Die kontinuierliche Auswertung dieser Maßnahmen sowie zusätzlichen Stichproben dienen wiederum als Grundlage zur Anpassung der Risikoprofile. Der deutsche Zoll betonte, dass Datenaustausch und die Zusammenarbeit mit dem Privatsektor entscheidende Faktoren für eine effiziente Abfertigungen seien.


[1] DHL Drehkreuz Leipzig – DHL – Deutschland

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