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Asien
Indonesien

Entwicklung eines risikobasierten Ansatzes im Handelsministerium

Das gemeinsame Projekt vom indonesische Handelsministerium (Ministry of Trade, MoT) und der Deutschen Allianz für Handelserleichterungen schaffte die Grundlage für einen risiko-basierten Ansatz für Importmanagement und -dokumentation. Im Rahmen des Projektes wurde ein „Trusted Trader“-Programm pilotiert. Durch die Analyse ausgewählter Unternehmen wurde der Ansatz auf seine praktische Anwendbarkeit getestet.

Die Ergebnisse des Pilotprojekts sind ein möglicher Ausgangspunkt für das MoT, um ein eigenes integriertes Risikomanagementsystem zu entwickeln. Das MoT kann durch vereinfachte Verfahren für zugelassene Händler*innen Anreize für diejenigen setzen, die in Compliance investieren und gesetzliche Vorschriften einhalten. Ein risiko-basierter Ansatz ermöglicht die schnellere Bearbeitung von Import- und Exportlizenzen – was sowohl für den privaten als auch für den öffentlichen Sektor Vorteile mit sich bringt.

Trotz Herausforderungen durch die Covid-19 Pandemie, konnte das Projekt messbare Ergebnisse erzielen. Die durchschnittliche Bearbeitungszeit einer Einfuhrgenehmigung wurde auf 3,86 Tage pro Genehmigung reduziert. Im Jahr 2018 lag die Bearbeitungsdauer im Durchschnitt bei 7,8 Tagen.

Insgesamt trug das Projekt zu einem verbesserten Umfeld für die Importdokumentation und -verarbeitung in Indonesien bei. Darüber hinaus wurde die Digitalisierung der damit verbundenen Arbeitsabläufe unterstützt.

Die Projektergebnisse sind auch als Factsheet verfügbar:

PROJEKTANSATZ

Zwischen 2019 und 2021 arbeiteten das MoT und die Deutsche Allianz für Handelserleichterungen gemeinsam an der Entwicklung eines risiko-basierten Ansatzes. Neben dem „Trusted Trader“-Programm umfasste die Zusammenarbeit unter anderem:

  • Entwicklung eines Leitfadens über Risiken bei den Prozessen zur Erteilung von Import-/Exportlizenzen
  • Beiträge zu Verordnungsentwürfen (siehe unten)
  • Initiierung einer Task Force für die Umsetzung des Risikomanagementsystems (d.h. behördenübergreifende Zusammenarbeit)

Außerdem führte das MoT während der Projektlaufzeit drei neue Regularien ein, um die Dokumentation und Bearbeitung von Importen und Exporten zu optimieren:

  1. Vereinfachung des Handels durch die Regelung für „Trusted Traders“ (Reg 17/2021).
  2. Vereinfachung der Kontrollen nach der Grenzüberschreitung: keine Notwendigkeit der Selbsterklärung für Unternehmen aufgrund der Verordnung 51/2020.
  3. Zusammenarbeit zwischen den Behörden: Unterzeichnung einer Absichtserklärung zwischen dem Zoll und MoT zur gemeinsamen Nutzung von Daten.

Zugrunde lag die Idee, Import- und Exportprozesse für Unternehmen mit geringem Risikoprofil zu erleichtern – also für diejenigen Unternehmen, die den Status eines „Trusted Traders“ erreicht haben. Das würde den Behörden helfen, Risiken zu vermeiden und gleichzeitig einen reibungslosen Warenfluss an den Grenzen ermöglichen. Das MoT arbeitet weiterhin an der Optimierung integrierten Risikomanagementsystems, um günstige Bedingungen für grenzüberschreitenden Handel zu schaffen.  

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Bezug zum Abkommen über Handelserleichterungen

Das Projekt trägt zur Umsetzung der folgenden Artikel des Abkommens für Handelserleichterungen der Welthandelsorganisation bei:

  • Artikel 7.4: Risikomanagement

Wie Sie sich beteiligen können

Sie arbeiten bei einem Unternehmen mit internationalen Lieferketten? Kontaktieren Sie uns gerne, wenn Sie mehr über das Projekt und die Allianz erfahren möchten.

CLAUDIA HOFMANN

PROJEKTMANAGERIN

Deutschland

claudia.hofmann@giz.de

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