High-Level Forum 2022 – Gemeinsam globalen Handel erleichtern


Ein lebendiger Austausch zwischen Gästen aus Politik und Wirtschaft zur Umsetzung der Pan-Afrikanischen Freihandelszone und Digitalisierung des internationalen Handels – Das High-Level Forum 2022 richtete den Fokus auf die starke Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Unternehmen und Verbänden.

Am 19. September 2022 fand das 3. High-Level Forum statt. Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ), vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) und von der Deutschen Allianz für Handelserleichterungen organisiert.

Mehr als 50 hochrangige Gäste aus Wirtschaft und Politik trafen sich in Berlin. Zahlreiche weitere Gäste schalteten sich virtuell zu. Sie diskutierten gemeinsam die Herausforderungen und Chancen für eine weitere Umsetzung des Abkommens über Handelserleichterungen der Welthandelsorganisation.

Frau Dr. Brantner, parlamentarische Staatssekretärin, BMWK, eröffnete die Veranstaltung: „Wir sehen den Wunsch vieler Länder nach einem größeren Anteil an globalen Wertschöpfungsketten. Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass das möglich ist. […] Die Erfolgsgeschichte der Deutschen Allianz für Handelserleichterungen zeigt, wie man durch konstruktive Kooperation und gemeinsame Anstrengung einiges bewirken kann. Zollverfahren zu vereinfachen und zu beschleunigen kann einen entscheidenden Unterschied machen.“

Frau Dr. Kofler, parlamentarische Staatssekretärin, BMZ, bekräftigte dies im Rahmen ihrer Rede: „Handel ist ein Instrument für nachhaltige Entwicklung. Vor diesem Hintergrund bin ich allen dankbar, die ganz praktisch mitarbeiten, z.B. im Rahmen der Deutschen Allianz für Handelserleichterungen. […] Selten war es wichtiger, die Resilienz von Lieferketten zu stärken.“

Im Rahmen der ersten Panel-Diskussion tauschten sich Expert*innen aus dem privaten und öffentlichen Sektor zur Umsetzung der Pan-Afrikanischen Freihandelszone (AfCFTA) aus. Herr Meyer (BMZ) betonte die große Herausforderung, 54 Länder in einer gemeinsamen Handelszone zu integrieren. Gleichzeitig glaube er an das große Potenzial dieses Vorhabens, insbesondere in Zeiten geopolitischer Krisen. Herr Niedermark (BDI) und Frau Dall’Omo (Siemens) pflichteten dem bei. Es entstehe ein großer Markt und AfCFTA biete die Chance, das Handelsdefizit afrikanischer Länder um 50% zu reduzieren. Herr Opoku (Handelsministerium Ghana) brachte die lokale Perspektive ein: „AfCFTA ermöglicht die Industrialisierung afrikanischer Staaten […] und erleichtert den Binnenhandel“.

Die zweite Panel-Diskussion drehte sich um das Thema Digitalisierung des internationalen Handels. Dr. Berger (IDOS) und Frau Jansen (OECD) betonten jeweils, dass Digitalisierung Möglichkeiten biete, um Prozesse effizienter zu gestalten, Transparenz zu erhöhen und Diskriminierung zu mindern. Herr Steinke (HP Inc.) merkte an, dass Standards bei Prozessen und Daten notwendig sind, um einen einheitlichen, transparenten Austausch zu schaffen. Wenn dies gelinge, könne Vertrauen geschaffen werden. Frau Mirković (Zollverwaltung Serbien) bekräftigt diesen Punkt aus der Perspektive des Zolls: „Digitalisierung im Handel erleichtert legale und erschwert illegale Geschäfte“. Notwendige Grundlage für digitalisierte Prozesse sei allerdings die gesellschaftliche Akzeptanz, betonte Dr. Saeed (ITC). Er fügte hinzu: „Wir dürfen die digitale Spaltung und Ungleichheiten zwischen und innerhalb von Ländern nicht vergessen. Auch in der Digitalisierung sollten diejenigen, die am meisten Hilfe benötigen, die meiste Hilfe bekommen.“ 

Herr Meyer (BMZ) schloss die Veranstaltung: „Es ist ein starkes Signal, dass alle gemeinsam in diesem Saal glauben, dass Handel ein Weg ist, um das Leben von Menschen leichter und besser zu machen“. AfCFTA und Digitalisierung seien Hoffnungsthemen, die trotz Zeitenwende ein positives Signal senden.

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